../../icons/Logo.pngPraktische Elektronik


Wir lernen, wie elektronische Baugruppen auf Lochrasterplatinen gelötet werden.


Löten für Anfänger

Aufbau auf Lochrasterplatinen


Löten für Anfänger

  • Wir führen einfache Übungen zum Löten von Lochrasterplatinen durch.
  • Die einzelnen Techniken werden zunächst erlernt und dann miteinander kombiniert.

Werkzeug

Die Grundausstattung Löten beinhaltet alles, was wir zum Löten brauchen. Die erforderliche Lötstation ist der weitaus teuerste Posten dieser Grundausstattung. Für Anfänger ist es deshalb eine gute Idee, für die ersten Versuche eine Lötstation zu leihen.

Lötkolben

  • Der Lötkolben sollte mit einer Temperatur von 310°C bis 370°C betrieben werden.
  • Am besten ist eine 1,5mm breite, meißelförmige Lötspitze.
  • Ein feuchter Reinigungsschwamm oder Messingwolle zum Reinigen der Lötspitze ist nötig.
  • Nur Elektroniklötzinn wird verwendet. Maximal 1mm Durchmesser, am besten 0,5mm.
  • Säure, Lötfett, Stagenlot, Hammer und Amboss sind selbstverständlich tabu.

Entlötlitze und Entlötpumpe

Lötstellen gelingen nicht immer. Dann muss das Lot entfernt werden. Dafür eignen sich

  • Entlötlitze oder eine
  • Entlötpumpe

Beides ist für um 1€ zu bekommen.

Eine Entlötpumpe ist ein kleiner Zylinder in dem ein Kolben durch eine Feder nach oben schnellt. Durch eine Kunststoffspitze wird dadurch Luft angesaugt. Damit kann flüssiges Lötzinn angesaugt werden.

Platinenhalter

Am besten ist für diese Versuche ein Platinenhalter mit Fuß und Krokodilklemmen geeignet.

Beim Löten von Platinen gibt es immer wieder das Problem, dass eine Hand fehlt: Lötkolben, Lötzinn, Bauteil und Platine.

Ein Platinenhalter hält zwar die Platine, aber fixiert die Bauteile nicht. Die "Dritte Hand" mit Krokodilklemmen ebenso wenig.

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Bild 1: Platinenhalter und Klammer

Oft werden deshalb die Bauelemente durch Umbiegen der Anschlüsse fixiert. Diese Bauelemente lassen sich später schlecht auslöten.

Die Bauteile werden am besten mit einem Schwamm (zum Reinigen von Lötkolbenspitzen) und Gummiband oder Klammern angedrückt. Kleine Bauelemente können mit einer hölzernen Wäscheklammer fixiert werden.

  • Die Platine wird am besten von einem Platinenhalter gehalten und die Bauelemente mit Klammer und Schwamm gehalten.

Knicklehre

Mit einer Knicklehre lassen sich Bauelemente mit zwei Anschlussdrähten (Widerstände, Dioden usw.) auf einen dem Lochraster entsprechenden Abstand biegen. Das Abstand ist meistens ein Vielfaches des Rasters von 2,54mm.

Knicklehre.png
Bild 2: Knicklehre mit Bauelementen

Material

  • Wir verwenden Lochrasterplatinen aus Epoxid mit verzinnten runden Lötinseln.
  • Die Platine kann einseitig oder durchkontaktiert sein.
  • Bei durchkontaktierten Platinen lösen sich die Lötinseln nicht so leicht, wenn sie länger erhitzt werden.
  • Wir stellen Verbindungen mit versilbertem Kupferdraht mit 0,3mm Durchmesser her.
  • Dickerer Draht leitet die Wärme besser. Beim Löten einer zweiten Lötstelle kann sich dann die erste wieder lösen.
  • Zum Üben
  • verwenden wir als billige Bauelemente Widerstände und einen Kondensator oder
  • setzen anstelle der Anschlüsse von Bauelementen nur Lötstellen ein.
  • Aber auch Transistoren und ICs wie der NE555 können zum Üben verwendet werden. Sie kosten nur wenige Cent :-)
  • Wir verwenden bleihaltiges Lötzinn und müssen deshalb die folgenden Regeln beachten.

Regeln beim Löten mit bleihaltigem Lötzinn

Grundsätzlich kann bleihaltiges Lötzinn gesundheitlich schädigen. Berührung und damit verbundene orale Einnahme kann gegenüber Bleidämpfen beim Löten vernachlässigt werden. Eingeatmete Bleidämpfe werden allerdings fast vollständig vom Körper aufgenommen. Bleidämpfe kondensieren schnell und bleiben nicht lange (Sekunden) in der Luft.

Wir müssen beachten, dass wir keine Bleidämpfe einatmen.

  • Nicht unmittelbar über der Lötstelle atmen und kurzzeitig Luft anhalten.
  • Es reicht meistens, gut zu lüften und/oder einen Ventilator zu verwenden.
  • Ein Ventilator mit Aktivkohlefilter (aus der Dunstabzugshaube) ist besser.
  • Wer häufig lötet, sollte einen Lötdampf-Absauger einsetzen.
  • Es ist ein Ventilator mit Standfuß und Aktivkohlefilter für etwa 25€.
  • Die beim Löten entstehenden Wölkchen sind nicht etwa Zinn oder Blei, sondern fast ausschließlich verdampftes Flussmittel. Sie zeigen aber gut, wo Blei sein könnte. Dieses Flussmittel riechen wir auch.

Stückliste

Die einzubauenden Bauelemente einer Schaltung müssen

  • von dem angegebenen Typ sein,
  • den angegebenen Wert haben und
  • die angegebene Bauform haben:
  • z.B. Transistor im TO92- oder SOT23-Gehäuse,
  • Widerstand der Bauform 207 oder 209
  • Tantalkondensator mit 5mm Abstand der Anschlüsse

Diese Angaben sind in einer Stückliste enthalten.

Aufbau

Für unsere ersten Übungen verwenden wir

  • eine Lochrasterplatine, auf die wir
  • in einem Bereich einfache Verbindungen und
  • in einen anderen eine einfache Schaltung mit einer blinkenden LED erstellen.

In der Übung

  • wenden wir - zunächst - nur die Durchsteck-Technik an.
  • können darüber hinaus auch das Löten eines SMD-Transistors erlernen.
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Bild 3: Schaltung der Übungsplatine

Im Prinzip ist die Schaltung belanglos, da sie nur für Übungszwecke verwendet werden soll.

Die Schaltung der Übungsplatine verwendet einen NE555, um einen Takt von etwa 2Hz zu erzeugen. Der Takt wird über eine blinkende LED angezeigt. Über zwei Transistoren wird der Takt auf zwei Stiften ausgegeben. Der Transistor Q2 hat ein SMD-Gehäuse. Die Schaltung wird an 5V betrieben. Der Ausgang an J2 hinter dem Transistor Q1 beschränkt die Ausgangsspannung auf 3,3V.

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Bild 4: Aufbau der Übungsplatine

Bild 4 stellt den Aufbau der Übungsplatine mit Blick auf die Oberseite dar. Sowohl die Bauelemente als auch die Verbindungen sind dargestellt.

Die Sicht ist von oben auf die Platine.

Die dünnen roten Linien stellen das Raster (2,54mm) der Platine dar. Die Zahlen helfen beim Zählen des Rasters.

Die Verbindungsleitungen sind grün dargestellt und befinden sich auf der Unterseite, werden sozusagen mit Röntgenaugen durch die Platine gesehen.

Die Verbindungsleitungen werden auf der Unterseite mit dünnem Draht erstellt. Dieses ist im Löten für Anfänger beschrieben.

Die gelben Punkte sind Bohrungen durch die Anschlüsse von Bauelementen gesteckt und auf der Unterseite verlötet werden.

Eine Lochrasterplatine hat an jedem Rasterpunkt eine Bohrung und auf der Unterseite einen Lötpunkt. Hier werden nur die benutzten Bohrungen dargestellt.

Die Bauelemente sind schematisch dargestellt. Sie werden von der Oberseite eingesetzt.

Nur der SMD-Transistor Q2 wird von der Unterseite eingesetzt.

Der Text bezeichnet und beschreibt die Bauelemente.

Verbindungen zwischen der Ober- und Unterseite werden als Vias bezeichnet. Sie sind hell grau dargestellt.

In diesem Übungs-Layout stellen sie blinde Lötpunkte dar, an die wir Leiterbahnen anschließen.

Ausführlich wird die Darstellung in KiCAD beschrieben.

Layouts von Platinen (Boards) können mit CAD-Programmen wie z.B. KiCad oder Eagle erstellt werden. Hier wurde KiCAD verwendet.

Die Darstellung entspricht der von Bild 4.

Von CAD-Programmen wird das Raster in der Regel nicht als Linien, sondern Punkten dargestellt. CAD-Programme unterstützen meistens Lochrasterplatinen nicht unmittelbar. Sie sind meistens für Platinen mit beidseitigen Leiterbahnen ausgelegt.

Einige CAD-Programme ermöglichen eine drei-dimensionale Darstellung der Platine. Die Ansicht kann per Maus bewegt werden.

Im unteren Bereich der Platine liegen einige Vias und Verbindungen für erste Übungen.

Die Schaltung im oberen Teil kann in der Reihe 4 von dem unteren Übungsteil getrennt werden. In den Spalten 1 und 33 liegen in den Reihen 6 und 13 Bohrungen für 2,5mm Schrauben als Füße für die Blink-Schaltung.

Der Aufbau, die Lage der Bauelemente und die Verbindungen sind einfacher in einer 3D-Darstellung zu erkennen.

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Bild 5: Übungsplatine in 3D von oben

Nur die verwendeten Lötpunkte sind dargestellt. Bei einseitigen Lochrasterplatinen sind keine Lötpunkte auf der Oberseite.

Die Lötbrücken JP1, JP2 und JP3 werden aus isoliertem Draht, der an den Enden abisoliert wird, hergestellt.

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Bild 6: Übungsplatine in 3D von unten

Das Raster stellt die Lötpunkte der Lochrasterplatine dar.

Der SMD-Transistor wird auf vier Lötpunkte gesetzt.

Lötversuche

Vorbereitung

Wir benötigen nur eine einseitige Lochrasterplatine, eine durchkontaktierte kann natürlich auch genommen werden.

Die Lochrasterplatine mit 35x15 Lötpunkten aussägen.

Wir opfern eine Reihe von Lötpunkten oberhalb und eine neben den benötigten Lötpunkten. Diese Reihen werden mit einer Feinsäge entlang der Löcher gesägt. Die Ränder der Platine werden dann gefeilt.

Die Lötpunkte werden anschließend mit Spiritus gereinigt und nicht mehr mit den Fingern berührt.

Wir üben nur im unteren Teil der Platine.

Übung 1: Erste Lötstellen erstellen

Wir verzinnen zunächst nur Lötstellen. Normalerweise befinden sich in den Löchern Anschlüsse, aber ohne ist es für den Anfang einfacher.

Lötstelle herstellen

  • Die Platine ist fixiert.
  • Die Lötspitze wird gereinigt (feuchter Schwamm oder Messingwolle).
  • Die Lötspitze wird auf die Lötinsel gehalten und unmittelbar danach das Lötzinn dazu.
  • Schnell: in ein bis zwei Sekunden ist der Lötvorgang beendet.
  • Die Lötstelle glänzt: Super, alles OK.
  • Auf der Lötstelle befindet sich nur wenig Lötzinn, etwa 0,2mm dick.
  • Die Lötspitze muss immer wieder gereinigt werden.

Wir beginnen mit den Lötstellen in der

Reihe 0 (Spalten 1, 3, 5, 7, 9, 15, 28, 29, 30, 31),

Reihe 1 (Spalten 17, 19, 21, 23 und 31),

Reihe 2 (Spalten 1, 9, 15, 23, 30),

Reihe 3 (Spalten 1, 29, 31, 32, 33, 34).

Nur diese Lötstellen verzinnen.

  • Falls eine Lötstelle nicht gelingt, ist es am Anfang einfacher zur nächsten zugehen.
  • Durch zu langes Löten kann die Platine beschädigt werden.
  • Die Fehler werden später behoben.
  • Im Layout von Bild 2 und der Oberseite in Bild 3 werden die Spalten von links nach rechts gezählt. Auf der Unterseite in Bild 4 von rechts nach links.

Übung 2: Entlöten

Es passiert immer wieder, dass Lötstellen nicht gelingen.

  • Lötstellen, die liegen unmittelbar nebeneinander liegen werden verbunden.
  • Die Verbindung zur Kupferfläche der Platine oder zum Draht ist schlecht.
  • Zu viel Lötzinn.

Diese Lötstellen müssen dann vom Lot befreit werden. Am besten gelingt dieses mit einer Entlötpumpe, aber auch Entlötlitze ist geeignet.

Entlöten mit der Entlötpumpe

  • Die Entlötpumpe spannen.
  • Die Lötstelle mit dem Lötkolben erwärmen und die
  • Spitze der Entlötpumpe unmittelbar darüber halten.
  • Wenn das Zinn flüssig ist, die Entlötpumpe auslösen und
  • den Lötkolben entfernen.
  • Schnell in 1-2 Sekunden.
  • Beim Entlöten kann sich die Lötinsel leicht lösen,
    weil die Platine zu heiß wird.
  • Nicht zu lange erhitzen!
  • Zwischen zwei Versuchen warten: mindestens 10 Sekunden.
  • Die Spitze der Entlötpumpe muss ebenso wie der Zylinder ab und zu gereinigt werden.
  • Etwas Öl lässt den Kolben besser gleiten und führt zu besseren Ergebnissen.

Entlöten mit Entlötlitze

  • Die Entlötlitze darf nicht mit den Fingern berührt werden.
  • Ein bereits benutzter Teil der Entlötlitze wird abgeschnitten.
  • Das Ende der Entlötlitze wird auf die zu entlötende Lötstelle gelegt und
  • mit dem gereinigten Lötkolben erhitzt
  • bis Lötzinn in die Entlötlitze gesogen wurde
  • schnell 1-2 Sekunden
  • Den Lötkolben und die Entlötlitze entfernen.
  • Meistens sind mehrere Versuche notwendig.
  • zwischen den Versuchen warten damit die Platine nicht überhitzt wird.

Auf der Übungsplatine wurden vier Lötstellen versehentlich ;-) verlötet.
Dort sollen Drahtbrücken eingesetzt werden:

Reihe 1 (Spalten 23 und 31)
Reihe 2 (Spalten 9 und 15)

Wir müssen sie von Zinn befreien, damit die Drahtbrücken eingesetzt werden können.

Übung 3: Drahtbrücken einlöten

  • Die Darstellungen der Oberseite in Bild 2 und Bild 3 und der Unterseite in Bild 4 sind gedreht.

Wir beginnen mit der Drahtbrücke J2, die in Reihe 2, (Spalten 9 bis 15) eingesetzt wird.

  • Die Drahtbrücke J2 ist sechs Raster lang, d.h. 6*2,54mm=15.24mm. Für uns sind 15mm genau genug.

Drahtbrücken

Eine Drahtbrücke wird aus isoliertem Draht hergestellt. Draht mit 0,4mm bis 0,5mm Durchmesser ist geeignet.

  • Wir schneiden ein Drahtende ab, dass 10mm länger als die zu überbrückende Distanz ist.
  • Wir isolieren auf beiden Seiten etwa 5mm ab.
  • Die Isolierung kann 1-2mm kürzer sein sein.
  • Die Drahtenden werden um 90° umgebogen.
  • Dafür wird am besten eine Knicklehre genommen.
  • die blanken Drahtenden sollten nicht mit bloßen Fingern berührt werden:
    ein fettfreies Tuch oder eine Zange verwenden.
  • Die Drahtbrücke setzen wir von der Oberseite ein.
  • Die Drahtenden werden auf der Unterseite nicht umgeknickt.
  • Die Drahtbrücke wird vielmehr auf der Oberseite mit einer Klammer fixiert.
  • verlöten:
  • Ist die Drahtbrücke an der richtigen Stelle eingesetzt?
  • Ein Anschluss der Drahtbrücke wird nur angeheftet,
  • die Drahtbrücke eventuell ausgerichtet,
  • der andere Anschluss wird verlötet und
  • dann der erste.

Die Drahtbrücke J3 wird ebenso erstellt.

  • Sie ist allerdings acht Raster lang.

Übung 4: Gerade Verbindungen herstellen

Wir erstellen die erste Verbindung auf der Unterseite.

Wir beginnen mit der Verbindung zwischen dem Lötpunkt 1 und 9 der Reihe 2 her. Die Lötpunkte sind bereits verlötet.

Gerade Verbindung

Die Verbindungen stellen wir mit 0,3mm versilbertem Kupferdraht her.

  • Den 0,3mm versilberten Kupferdraht ziehen wir glatt
  • mit der Zange oder einem Tuch.
  • Den Draht halten wir mit einer Zange oder einem Tuch, um heiße Finger zu vermeiden.
  • Wir wählen eine Seite der Verbindung aus, an der der Lötpunkt bereits verzinnt ist.
  • Falls auf beiden Seiten kein Lötpunkt verzinnt ist, wird ein freier Lötpunkt daneben verzinnt.
  • Durch den freien Lötpunkt wird später der Anschluss eines Bauteils gesteckt.
  • Das Ende an einen Lötpunkt anheften.
  • ohne Lötzinn dazuzugeben,
  • weil wir keine Hand für das Lötzinn frei haben.
  • Den Draht entlang der Reihe von Lötpunkten halten und so abschneiden, dass das Ende noch 0,5mm auf den zweiten Lötpunkt ragt.
  • Dieses Drahtende an den Lötpunkt anlöten.
  • Das erste Drahtende fest anlöten.
  • Falls eine Verbindung relativ lang ist, sollte der Draht an einigen Lötstellen fixiert werden. Ein Abstand von 5 Lötpunkten ist gut.
  • Nicht an Stellen fixieren, an die später noch Anschlüsse von Bauelementen eingesetzt werden.

Ebenso erstellen wir in Reihe 2 die Verbindung zwischen 15 und 23 sowie in Reihe 0 zwischen 9 und 15.

In der Reihe 3 wird die Verbindungen zwischen 1 und 29 erstellt. Sie sollte an einigen Lötpunkten fixiert werden.

Übung 5: Kurze Verbindungen

Verbindungen zwischen zwei unmittelbar benachbarten Punkten oder Punkten mit einem Abstand von zwei oder drei Rasten sind schwieriger.

Wir beginnen mit den Verbindungen in Reihe 0, Spalte 9 - 12 - 15.

Methode 1: Draht früh abschneiden

  • Wie bei einer normalen Verbindung heften wir ein Drahtende an einem Lötpunkt an.
  • Wir scheiden den Draht ab.
  • Die zweite Lötstelle muss sehr schnell erstellt werden, weil sonst die erste Lötstelle weich wird. Dann verrutscht das kurze Drahtende.
  • Einen Moment warten, damit die Lötstelle abkühlt.
  • Wir löten die erste Lötstelle nach.
    Wieder sehr schnell.

Methode 2: Draht später abschneiden

  • Wie bei einer normalen Verbindung heften wir ein Drahtende an den ersten Lötpunkt*.
  • Wir scheiden den Draht nicht ab.
  • Die zweite Lötstelle wird erstellt während wir den Draht halten.
  • Die zweite Lötstelle sollte sehr schnell erstellt werden, damit die erste Lötstelle möglichst nicht weich wird. Allerdings kann das Drahtende kann nicht so leicht verrutschen wie bei Methode 1.
  • Einen Moment warten, damit die Lötstelle abkühlt.
  • Wir löten die erste Lötstelle.
    Wieder sehr schnell.
  • Wir schneiden das verbleibende Drahtende ab.
  • Oft bleibt dabei ein kurzes Stückchen stehen.
    Ein Seitenschneider ohne Wate (meistens sehr teuer) verringert dieses.

Diese beiden Methoden können wir auch bei den Verbindungen von Reihe 0 in Reihe 2 bei den Spalten 1, 3, 5 und 7 anwenden. Allerdings ist die Gefahr, dass sich eine Verbindung löst höher.

Noch schwieriger ist die Verbindung unmittelbar nebeneinander liegender Lötpunkte. Oft ist nur Methode 2 erfolgreich oder besser:

Methode 3: Lötpunkte unmittelbar verlöten

Es sollen zwei unmittelbar nebeneinander liegende Lötpunkte verbunden werden.

  • Wir setzen auf beide Lötpunkte eine Lötperle von knapp 0,5mm,
  • warten einen Moment,
  • schmelzen ein wenig Lötzinn an der Lötspitze und
  • verbinden damit die beiden Lötpunkte schnell.
  • Meistens ergibt sich ein dicker Lötklecks.

Alle drei Methoden sind für den Anfänger nicht einfach. Deshalb enthält die Übung eine Reihe von Verbindungen zwischen Lötpunkten der ersten und zweiten Reihe.

Die Lötpunkte zwischen den Reihen 1 und 2 bei den Spalten 17, 19, 21 und 23* werden verbunden.

Übung 6: Verbindungen mit Knick

Eine Verbindung mit Knick hat einen Knick an einer Stelle, z.B. Reihe 4, Spalte 2.

Verbindung mit Knick

  • Wir beginnen wie bei einer normalen Verbindung und heften den Silberdraht an einer Lötstelle an.
  • Dann löten wir den Silberdraht an einer Lötinsel vor dem Knick an.
  • Die erste Lötstelle wird korrekt nachgelötet.
  • Mit einer Pinzette wird der Silberdraht an der vorgesehenen Stelle geknickt und dort verlötet.
  • Der Rest ist wie eine normale Verbindungen oder Verbindungen mit Knick.

Übung 7: T-Verbindungen

T-Verbindung

Wenn zwei Verbindungen an einer Stelle aufeinander treffen, wo kein Draht oder Bein eines Bauelementes ist, setzen wir an diese Stelle eine Lötstelle.

  • Den Rest kennen wir.

Übung 8: Diagonale Verbindungen

Diagonale Verbindung

  • Eine diagonale Verbindung wird wie eine normale erstellt.
  • Besonderes Augenmerk liegt auf einer geraden Führung des Silberdrahts,
  • damit es zu keiner Verbindung zu Lötinseln oder Lötstellen kommt zwischen denen der Draht durchgeführt wird.
  • Wird eine diagonale Verbindung zwischen zwei Lötstellen geführt, ist es am besten sie als letzte Verbindung zu legen.

Wir beginnen mit der einfachen Diagonalverbindung von R2 zu JP1, erstellen alle noch ausstehenden Verbindungen und die von Reihe 8, Spalte 15 auf Reihe 10, Spalte 17 als letzte, weil sie zwischen zwei Lötstellen führen.

Löten der blinkenden LED

Stückliste der Schaltung von Bild 3

Name Wert Bauform
R1, R2 220kΩ 207
R3 1kΩ 207
R4, R5 10kΩ 207
R6 2,4kΩ 207
R7 4,7kΩ 207
R8 2,2kΩ 207
C1 1µF / 10V Tantal, Raster 5,08mm
U1 NE555 DIL 8
LED1 rot 3mm
Q1 BC337 TO92
Q2 BC 817 SOT23

Übung 9: Widerstände einlöten

Wir löten den Widerstände R1 ein. Die Baugröße 207 ist notwendig, damit wir ihn auf das Rastermaß von 7.62mm bringen können.

Widerstand einlöten

  • Die Drähte des Widerstands auf das Rastermaß knicken.
  • am besten ist einer Knicklehre
  • Die Drahtenden dicht hinter dem Widerstandskörper nicht mit den Fingern berühren (Tuch oder Zange).
  • Die Drahtenden auf etwa 1cm kürzen.
  • Den Widerstand einsetzen und die Drahtenden nicht umknicken.
  • Der Widerstand wird mit einer Klammer gehalten.
  • Den Widerstand wie eine Drahtbrücke einlöten
  • und schließlich die Drahtenden dicht über der Lötstelle abschneiden.
  • Wir können mehrere Widerstände einsetzen und alle gemeinsam verlöten
  • Widerstände in Platine einsetzen, aber nicht verlöten.
  • Die eingesetzten Widerstände werden auf der Oberseite von einem Schwamm mit Klammern oder Gummibändern gehalten
  • und dann alle auf der Unterseite verlötet.

Der Widerstand R7 wird auf das Rastermaß von 4*2,54mm=10,72mm gebracht, R8 auf 6*2,54mm=15,24mm.

In diesem Zuge löten wir auch die verbleibende Drahtbrücken JP1 ein.

Übung 10: LED einlöten

Die LED1 wird eingelötet. Die Technik ist die gleiche wie bei Widerständen.

LED einlöten

  • Die LED wird eingesetzt.
  • Stimmt die Orientierung (Anode - Kathode), (Oberseite - Unterseite)?
  • LED wird mit einer Klammer fixiert,
  • an einem Bein angelötet,
  • ausgerichtet und dann
  • die Ausrichtung ist wichtig, damit die LED in die richtige Richtung strahlt.
  • Falls mehrere LEDs nebeneinander liegen werden sie gemeinsam ausgerichtet
  • Das andere Bein ( Beine ) werden abschließend verlötet.

Übung 11: Bauelemente einlöten

Die Technik ist die gleiche wie bei Widerständen. Bei ICs brauchen die Drähte nicht gekürzt und umgebogen werden.

Bauelement einlöten

  • Das Bauelement wird eingesetzt.
  • Stimmt die Orientierung (Oberseite - Unterseite)?
  • Das Bauelement wird mit einer Klammer fixiert,
  • an einem Bein angelötet,
  • ausgerichtet und dann
  • die anderen Beine verlötet.

Wir Löten den Kondensator C1, die Anschlüsse J1, J2 und J3 sowie das IC U1 ein.

Falls wir keine realen Bauelemente verwenden, setzen auf die entsprechenden Lötpunkte Lötstellen.

Übung 12: Bauteil entlöten

Als letzte Übung entlöten wir einen Widerstand.

Es kommt immer wieder vor, dass ein Bauelement ausgetauscht werden muss. Wir üben dieses an Widerständen unserer Schaltung.

Bauteil entlöten

  • Eine Lötstelle erhitzen und das Lot mit der Entlötpumpe ansaugen.
  • Oder Entlötlitze auf die Lötstelle halten und erhitzen.
  • Behelfsweise kann auch ein abisoliertes Ende eines feinen Litzenkables verwendet werden: Nicht mit den Fingen berühren, die Drähte müssen blank sein und glänzen.
  • Den zweiten Anschluss ebenso von Lot befreien.
  • Wenn es richtig gut war, kann der Widerstand auf der Oberseite herausgenommen werden.
  • Wenn Lötstellen nicht von Lot befreit werden konnten
  • Nach der Entlötpumpe es mit Entlötlitze versuchen.
  • Eine Lötstelle erhitzen und Widerstand auf der Oberseite sehr vorsichtig mit der Pinzette herausziehen.
  • Manchmal müssen beide Anschlüsse abwechselnd angehoben werden.
  • Im Prinzip können auf diese Weise auch Bauelemente mit mehr als zwei Anschlüssen ausgelötet werden.
  • Am besten ist es alle Anschlüsse mit der Entlötpumpe und/oder Entlötlitze von Lot zu befreien.
  • Das Entlöten eines Transistors mit drei Anschlüssen kann gelingen, wenn die drei Anschlüsse gleichzeitig erhitzt werden und er auf der Oberseite herausgezogen wird.
  • Bei ICs mit vielen Anschlüssen können meistens nicht alle Anschlüsse gleichzeitig erhitzt werden.
  • Mit Glück gelingt es auf einer Seite.
  • Mit der brutalen Methode werden die Anschlüsse einer Seite mit einem dicken Draht (1mm oder mehr) auf der Unterseite verbunden und so gemeinsam erwärmt.
  • Meistens wird dabei die Platine beschädigt.