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Praktische Elektronik


Wir lernen, wie elektronische Baugruppen auf Lochrasterplatinen gelötet werden.


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Praktikum

Aufbau von Schaltungen

Löten für Anfänger

Inhalt

Aufbau auf Lochrasterplatinen


Löten für Anfänger

Werkzeug

Die Grundausstattung Löten beinhaltet alles, was wir zum Löten brauchen. Die erforderliche Lötstation ist der weitaus teuerste Posten dieser Grundausstattung. Für Anfänger ist es deshalb eine gute Idee, für die ersten Versuche eine Lötstation zu leihen.

Wir verwenden bleihaltiges Lötzinn und müssen deshalb die folgenden Regeln beachten.

Regeln beim Löten mit bleihaltigem Lötzinn

Grundsätzlich kann bleihaltiges Lötzinn gesundheitlich schädigen. Berührung und damit verbundene orale Einnahme kann gegenüber Bleidämpfen beim Löten vernachlässigt werden. Bleidämpfe kondensieren schnell und bleiben nicht lange (Sekunden) in der Luft.

Wir müssen beachten, dass wir keine Bleidämpfe einatmen.

  • Den Schnüffel nicht unmittelbar über die Lötstelle halten und kurzzeitig Luft anhalten,
  • Es reicht meistens, gut zu lüften und/oder einen Ventilator zu verwenden.
  • Ein Ventilator mit Kohlefilter (aus der Dunstabzugshaube) ist besser.
  • Die beim Löten entstehenden Wölkchen sind nicht etwa Zinn oder Blei, sondern fast ausschließlich verdampftes Flussmittel. Sie zeigen aber gut, wo Blei sein könnte. Dieses Flussmittel riechen wir auch.

Lötversuche

Wer noch nie gelötet hat, sollte ein Stück Platine opfern und einige Lötinseln verzinnen:

  • Der Lötkolben sollte mit einer Temperatur von 310°C bis 370°C betrieben werden.
  • Am besten ist eine 1,5mm breite, meißelförmige Lötspitze.
  • Ein feuchter Reinigungsschwamm oder Messingwolle zum Reinigen der Lötspitze ist nötig.
  • Nur Elektroniklötzinn wird verwendet. Maximal 1mm Durchmesser, am besten 0,5mm.
  • Säure, Lötfett, Stagenlot, Hammer und Amboss sind selbstverständlich tabu.

Erste Lötversuche

Beim Löten von Platinen gibt es immer wieder das Problem, dass eine Hand fehlt: Lötkolben, Lötzinn, Bauteil und Platine.

Ein Platinenhalter reicht nicht. Irgendwelche Klemmen ebenso wenig. Die Bauteile werden am besten mit einem Schwamm (zum Reinigen von Lötkolbenspitzen) und Gummiband oder Klammern angedrückt.

Die Platine kann auch auf einem Brettchen mit winzigen Nägeln an drei Seiten fixiert werden. Das Brettchen wird auf die Bauteile gelegt und gemeinsam mit der Platine gedreht. Die Platine liegt dann auf den Bauteilen.

Eine Lötstelle herstellen

  • Die Platine ist fixiert.
  • Die Lötspitze wird gereinigt (feuchter Schwamm oder Messingwolle).
  • Die Lötspitze wird auf die Lötinsel gehalten und unmittelbar danach das Lötzinn dazu.
  • Schnell: in ein bis zwei Sekunden ist der Lötvorgang beendet.
  • Die Lötstelle glänzt: Super, alles OK.
  • Auf der Lötstelle befindet sich nur wenig Lötzinn, etwa 0,5mm dick.
  • Wir können auf diese Weise mehrere Lötungen durchführen.
  • Die Lötspitze muss immer wieder gereinigt werden.

Eine Drahtbrücke einlöten

  • Einen Draht im Rastermaß z.B. 10.16mm, das ist ein Abstand von vier Lötpunkten knicken.
  • Dafür wird am besten eine Knicklehre genommen.
  • Die Drahtenden auf etwa 1cm kürzen.
  • Die Drahtbrücke von der Bauteilseite einsetzen.
  • Die Drahtenden auf der Lötseite nicht umknicken.
  • Die Drahtbrücke auf der Bauteilseite mit einem Schwamm am Platinenhalter oder
  • mit einem Brettchen fixieren und
  • verlöten

Einen Widerstand einlöten

  • Die Drähte auf das Rastermaß 7.62mm, das sind zwei Raster zwischen den Beinen, knicken.
  • Die Drahtenden auf etwa 1cm kürzen.
  • Den Widerstand einsetzen und die Drahtenden nicht umknicken.
  • Den Widerstand wie die Drahtbrücke einlöten.

Eine Verbindung herstellen.

Die Verbindungen stellen wir mit 0,3mm versilbertem Kupferdraht her. Zur Not geht auch 0,6mm.

  • Einen 0,3mm versilberten Kupferdraht glatt ziehen
  • mit der Zange oder einen Lappen.
  • Das Ende an einen Anschluss des Widerstands anlöten
  • ohne Lötzinn dazu zu geben,
  • weil wir keine Hand für das Lötzinn frei haben.
  • Den Draht mit einer Zange oder einem Lappen halten, um heiße Finger zu vermeiden.
  • Den Draht entlang einer Reihe von Lötinseln halten und an der Lötstelle vor dem Ende der Verbindung oder dem Knick anlöten.
  • Wenn die Verbindung über 1cm ist, den Draht zwischen den beiden Enden anlöten.
  • Den Draht am Ende abschneiden und die Lötstellen dort erstellen.

Knicke einbauen.

  • Den Draht bis zur Verbindung verlegen und neben der Knickstelle an der Lötinsel anlöten
  • An der Knickstelle wird der Draht mit einer Pinzette gebogen.
  • Den Draht hinter Knickstelle anlöten.
  • Den Draht hinter dem Knick weiter führen und
  • wie oben beschrieben verlegen.

Benachbarte Lötinseln

Verbindungen zwischen zwei benachbarten Lötinseln werden nicht mit Draht verbunden, weil beim Löten der einen die andere Lötstelle wieder schmilzt.

Verbindungen zwischen zwei benachbarten Lötstellen werden einfach per Lötbrücke verbunden.

  • Beide Lötinseln werden verzinnt.
  • Der Lötkolben wird zwischen beide Lötstellen gehalten,
  • wenn beide flüssig sind wird etwas Zinn dazu gegeben.

Quadratische Lötinseln eigenen sich für diese Technik besser als runde.

Bauteil entlöten.

Den Widerstand wieder entlöten.

  • Eine Lötstelle erhitzen und das Lot mit der Entlötpumpe ansaugen.
  • Oder Entlötlitze auf die Lötstelle halten und erhitzen.
  • Behelfsweise kann auch ein abisoliertes Ende eines Litzenkables verwendet werden: Nicht mit den Fingen berühren, die Drähte müssen blank sein und glänzen.
  • Den zweiten Anschluss ebenso.
  • Wenn es richtig gut war, kann der Widerstand auf der Bauteilseite herausgenommen werden.
  • Eine Lötstelle erhitzen und Widerstand auf der Bauteilseite sehr vorsichtig mit der Pinzette herausziehen.