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Wir unter suchen einen Differenzverstärker zur Verstärkung kleiner Spannungsunterschiede.


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Differenzverstärker


Differenzverstärker

Wir haben bisher Transistorverstärker behandelt, die einen einzigen Eingang haben und das Signal am Eingang verstärken.

  • Andererseits kennen wir Operationsverstärker, die zwei Eingänge haben. Wir klammern hier zunächst Operationsverstärker aus. Später werden wir feststellen, dass der Differenzverstärker ein wesentliches Element des Operationsverstärkers ist.

Ein Differenzverstärker wird verwendet, um

  • sehr kleine Gleichspannungen zu verstärken,
  • die Differenz zweier Eingangsspannungen zu bilden und z. B.
  • Störungen auf gemeinsamen Leitungen zu unterdrücken.
  • Sie bilden die Eingangsstufe von Operationsverstärkern.

Wir werden uns hier auf den klassischen Differenzverstärker konzentrieren, der sowohl zwei Eingänge als auch zwei Ausgänge hat.

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Bild 1: Prinzipschaltung eines Differenzverstärkers

Wie Bild 1 zeigt, besteht ein Differenzverstärker aus zwei Transistoren, deren Emitter miteinander verbunden sind. Die beiden Basen stellen die Eingänge dar, die Kollektoren die Ausgänge.

  • Es ist wichtig, dass die beiden Kollektorwiderstände gleich sind.

Die Spannungen an den Basen liegen meistens auf dem gleichen Spannungsniveau. Sie sollten zwischen 0 V und der Versorgungsspannung liegen, in unserem Beispiel zwischen 1,5 V und 3,5 V.

Der Differenzverstärker verstärkt nicht die absolute Spannung an den Basen, sondern die Differenzspannung Udi = Ui1 - Ui2. Zwischen den beiden Ausgängen liegt dann die verstärkte Differenzspannung: Uda = Ua1 - Ua2 = V * Udi. V ist die Verstärkung des Differenzverstärkers.

  • Wenn die Spannung zwischen den beiden Eingängen 0 ist, ist auch die Spannung zwischen den beiden Ausgängen 0.

Wir untersuchen einen Differenzverstärker mithilfe der folgenden Testschaltung genauer.

Differenzverstaerker-Testschaltung.png
Bild 2: Testschaltung für einen Differenzverstärker

Die Testschaltung stellt mithilfe der Spannungsteiler R1 und R2 sowie R6 und R7 die Basisspannungen auf die halbe Betriebsspannung (2,5 V) ein. Mit dem Potentiometer R8 und dem Widerstand R9 kann die Basisspannung Ub1 geringfügig verändert werden. Ebenso kann die Basisspannung Ub2 über R10 und R11 verstellt werden.

Die Ausgangsspannung wird zwischen den Ausgängen an den Kollektoren der Transistoren gemessen. Der Differenzverstärker ist sehr empfindlich. Bereits wenige Millivolt Unterschied zwischen den Eingängen haben eine hohe Spannung zwischen den Ausgängen zur Folge.

Vorbereitung

  • Zunächst müssen wir die Messung vorbereiten. Dazu stellen wir die Spannung Ux am Ausgang des Potentiometers auf 2,5 V.
  • Die beiden Transistoren sind nie ganz gleich. Sie haben selten die gleiche Basis-Emitter-Spannung.
  • Wir gleichen das aus, indem wir die Spannung an den Ausgängen messen und sie mithilfe des Potentiometers R10 auf 0 V justieren.

Die Spannung, die wir zwischen die Basen der Transistoren legen wollen, beträgt nur wenige mV.

  • Mit den meisten Digitalmultimetern können wir diese Spannung kaum messen. Der Vorwiderstand R9 hilft uns dabei. Durch ihn wird die Spannung Ux am Ausgang des Potentiometers R8 durch 200 geteilt:

Ue = Ux * ( R1 || R2 ) / R9 = Ux * 0,5k / 100k = Ux / 200

Wir messen die Spannung Ux am Ausgang des Potis R8 und teilen sie durch 200.

  • Wir müssen jedoch beachten, dass an der Basis von Q1 2,5 V liegen.

Das heißt, die eingestellte Spannung ist (Ux - 2,5 V) / 200.

  • Wir messen einfach die Spannung zwischen der Basis von Q2 und Ux. Dann teilen wir diese durch 200. Das geht, weil unser Digitalmultimeter sehr hochohmig ist (10 MΩ).

Messung